In der vergangenen Woche hat die ASEAG einen Hybrid-Doppelgelenkbus des Schweizer Herstellers Carrosserie Hess getestet. Zum einen wurde die Technik in der Werkstatt der roten Flotte untersucht, zum anderen das Fahrverhalten im Straßenverkehr. Zudem stand im Mittelpunkt der Untersuchungen, wie sich die Technik im Praxisbetrieb auf die Verbrauchswerte auswirkt und wie zuverlässig sie ist. Auch der Einfluss der Topographie auf die Kraftstoffeinsparungen war im hügeligen Aachen von großem Interesse.
Den zweitägigen Testbetrieb im Linienverkehr der Linie 5 hat das Unternehmen im Rahmen einer Fahrgastbefragung gemeinsam mit dem Institut für Kraftfahrzeuge (IKA) der RWTH Aachen untersucht – mit erstaunlichen Ergebnissen: Rund 83 Prozent der insgesamt 140 Befragten sehen den Testbetrieb alternativer Antriebsformen bei der ASEAG positiv und können sich beispielsweise Hybridbusse künftig auf Aachens Straßen vorstellen. Ein Großteil wäre sogar bereit, zusätzliche Kosten über eine Fahrpreiserhöhung für die Fahrzeuge mitzutragen – der Umwelt zuliebe.
„Ein gutes Ergebnis, das uns anspornt, auch weiterhin alternative Antriebsformen zu testen. Als innovatives und umweltorientiertes Unternehmen haben wir ein starkes Interesse, unseren Fuhrpark stetig zu modernisieren und einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur sauberen Luft in Aachen und der Region zu leisten. Besonders vor dem Hintergrund des Luftreinhalteplans können Hybridfahrzeuge hier einen wertvollen Beitrag leisten“, so ASEAG-Vorstand Hans-Peter Appel.
Das Fahrzeug, das auf den ersten Blick ähnlich aussieht, wie die anderen Doppelgelenkbusse des Unternehmens, unterscheidet sich durch seinen umweltfreundlichen Antrieb: Es verfügt nicht nur über einen Dieselmotor, sondern zusätzlich auch über Elektromotoren, die gemeinsam auf den Antriebsstrang einwirken. Beim Bremsen wirken die Elektromotoren als Generatoren und liefern den elektrischen Strom. Dieser Strom wird in Hochleistungsbatterien auf dem Dach des Busses gespeichert. Beim Anfahren holen sich dann die Elektromotoren diesen Strom aus den Batterien wieder zurück und sorgen für die notwendige Beschleunigung. Der Dieselmotor schaltet sich erst dazu, wenn nicht mehr genügend Strom in den Batterien zur Verfügung steht, oder läuft gleichzeitig, wenn mehr Leistung benötigt wird, als die Batterien abgeben können.
„Es gehört zu unseren Kernaufgaben, alle technischen Möglichkeiten abzuwägen und unterschiedliche alternative Antriebsformen zu testen“, so Hans-Peter Appel. „ Wir beobachten die Forschung und Entwicklung in diesem Bereich, um zu entscheiden, welche Antriebsform unter Umwelt- und finanziellen Gesichtspunkten, die rote Flotte zukünftig ergänzen wird. Daher werden wir in diesem Jahr weitere Fahrzeugtypen unterschiedlicher Hersteller testen. Bei positiver Entwicklung werden wir ab dem Jahr 2014 unsere Flotte auf Hybridbusse umstellen.“