TRANSIT: Mobilität in der Euregio Maas-Rhein
Grenzüberschreitender Nahverkehr in der Euregio stärken
In der Euregio Maas-Rhein sind Grenzen im Alltag vieler Menschen kaum noch spürbar. Im öffentlichen Verkehr jedoch gibt es nach wie vor organisatorische, technische und rechtliche Hürden. Um diese zu überwinden, wurde das INTERREG-Projekt TRANSIT ins Leben gerufen. Dahinter steht ein breites Netzwerk von Partnern aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden, das den öffentlichen Nahverkehr grenzüberschreitend verbessern möchte.
Kernziel des Projekts ist es, die Zusammenarbeit zwischen allen relevanten Akteuren Verwaltungen, Verkehrsunternehmen, Hochschulen, IT-Firmen und Mobilitätsinitiativen enger zu verzahnen. Denn nicht fehlende Ideen, sondern mangelnde Abstimmung sind oft das größte Hindernis. TRANSIT versteht sich deshalb als Plattform, die Kommunikation erleichtert, Vertrauen schafft und gemeinsame Lösungen ermöglicht.
Zusammenarbeit über Grenzen hinweg
Hinter dem sperrig klingenden Akronym „Transnational Regional Administration Network for Sustainable Integrated Transport“ steckt ein klares Ziel: ein besser vernetzter, nachhaltiger und bürgernaher ÖPNV in der Euregio. Beteiligt sind Partner aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden – von Verkehrsunternehmen wie der ASEAG oder Arriva bis hin zu Hochschulen, Softwarefirmen und Mobilitätsinitiativen. Geleitet wird das Konsortium durch den Aachener Verkehrsverbund.
Die Arbeitspakete gliedern sich in vier zentrale Bereiche:
1. Bessere Governance
Es geht um stabile Netzwerke zwischen Behörden und Betrieben, damit Entscheidungsprozesse schneller und effektiver laufen. Ein Beispiel ist das betriebliche Mobilitätsmanagement der Stadt Aachen, das Modelle wie Jobtickets, Dienstradleasing oder Mobilitätsbudgets testet. Diese Ansätze sollen auch in Belgien und den Niederlanden Anwendung finden.
2. Stärkung von Verbindungen
Die FH Aachen analysiert Verkehrsströme und erstellt Studien zu neuen oder erweiterten Bahnlinien, etwa zwischen Aachen und Brüssel oder Aachen und Eindhoven. Auch die Integration der Museumsbahn ZLSM in das reguläre Netz wird geprüft. Ergänzend werden Konzepte wie „Leisure Ports“ entwickelt – Knotenpunkte, an denen Reisende vom Auto bequem in den ÖPNV umsteigen können.
3. Digitale Lösungen
Mit „Euregio GPT“ entsteht ein mehrsprachiges, KI-gestütztes Informationssystem für ÖPNV und Freizeitangebote. Darüber hinaus werden digitale Mobilitätsbudgets erprobt, die Beschäftigten mehr Flexibilität bei der Wahl ihrer Verkehrsmittel bieten. Ziel ist es, Barrieren abzubauen und nutzerfreundliche Services zu schaffen.
4. Evaluation und Monitoring
Damit Fortschritte messbar bleiben, entwickelt TRANSIT gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern Indikatoren, die zeigen, ob Kooperation, Verkehrsverlagerung und Nutzung neuer Angebote tatsächlich vorankommen. So wird das Projekt zu einem lernenden Prozess.
Das Gesamtvolumen des Projekts liegt bei über 3 Millionen Euro. Finanziert wird es zur Hälfte durch die EU, ergänzt durch Mittel des Landes NRW und Eigenanteile der Partner. Für den Aachener Verkehrsverbund stehen damit rund 900.000 Euro bereit. Der offizielle Startschuss fällt im Mai 2025 in Aachen. Innerhalb von drei Jahren sollen konkrete Verbesserungen sichtbar werden – von besseren grenzüberschreitenden Bahnverbindungen über neue Ticketlösungen bis hin zu digitalen Services, die Mobilität in der Region einfacher und attraktiver machen.
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